Textilien für Spezialanwendungen erfordern ein Fertigungsequipment mit spezifischen Fähigkeiten, von Anfang an.
Bereits bei der Herstellung der Ketten beispielsweise aus hochfesten, technischen Materialien wie Glas oder Aramid sind hohe Zugkräfte und ein schonender Umgang, höchste Effizienz und beste Qualität zu gewährleisten – ist eine angepasste Kettvorbereitungstechnik gefragt.
Ein wirkungsvoller Beitrag hierzu: die Entwicklung von Rot-O-Tense im Hause KARL MAYER.
Der neue Fadenspanner des erfolgreichen Traditionsunternehmens bietet Präzision und Zuverlässigkeit und ist zudem äußert einsatzflexibel.
Er verwaltet die vom Bediener eingestellte Fadenspannung am Gatter selbstständig als einzelnes Gerät. Jeder Fadenspanner für sich kontrolliert den Istwert und justiert sich auf den eingegebenen Sollzustand ein – in Echtzeit, Eigenregie und stufenlos in einem breiten Fadenspannungsspektrum. Dabei kann jede Abzugsstelle eine eigene Fadenspannungsvorgabe erhalten, z. B. wenn unterschiedliche Garne in der Kette gefragt sind.
Der Arbeitsbereich von Rot-O-Tense beginnt theoretisch bei 0 cN Fadenzugkraft und erstreckt sich bis auf 330 cN. Unabhängig von der Fadenspannung erreicht das System variable Fadenlaufgeschwindigkeiten von 0 bis 1200 m/min. Dies eröffnet den Kunden vollkommen neue Möglichkeiten.
Funktionsprinzip
Grundlage für das herausragende Leistungsprofil des neuen Fadenspanners Rot-O-Tense ist eine hochwertige Regelelektronik. Sie ist in jedem Fadenspanner enthalten und verarbeitet die per Messsensor ermittelten Informationen über die ausgehende Fadenspannung. Stimmen Ist- und Sollwerte überein, bleibt der Zustand bestehen. Gibt es Abweichungen, wird die Fadenspannung in Echtzeit automatisch nachjustiert. Die erforderlichen Anpassungen übernimmt ein motorgetriebenes Accu-Grip-Rad, das je nach Regulierungsbedarf aktiv in Rotation versetzt oder gebremst wird. Für eine gewünscht niedrige Fadenspannung ist der Faden von der Spule zu ziehen und anzuliefern. Wird eine höhere Fadenspannung gefordert, fungiert der Motor als Bremse. Ein durchdachtes Prinzip, das durch intelligente Details zudem neue Wege beim Fadenhandling möglich macht.
Durch sein funktionelles Design mit profilierten Scheiben sorgt das Accu-Grip-Rad für einen äußerst schonenden Materialtransport, ganz ohne Gleitreibung und den damit verbunden Verschleißerscheinungen. Falls erforderlich, kann das Grip-Rad durch eine Umschlingungsglocke ersetzt oder in Kombination mit dieser verwendet werden.
Derart gestaltet lässt sich Rot-O-Tense für die Verarbeitung von Polyester, Polyamid und Polypropylen ebenso einsetzen wie für Glas, Aramid, Kohle oder Acetat, Rayon, Wolle und natürlich Baumwolle. Praktisch alle Garne in fast jeder Fadenstärke sind dem neuen Fadenspanner willkommen.
Sollten trotz schonenden Umgangs mit dem Garn Fadenbrüche vorkommen oder Spulen auslaufen, dann erkennt das System selbstständig den fehlenden oder locker werdenden Faden und stoppt die Anlage.
Kommunikationsprinzip
In Abhängigkeit von der jeweiligen Maschine, die vor dem Gatter steht, werden Fadenbrüche über ein Bussystem kommuniziert und ausgewertet. Ihr Auftreten ist per X-Y-Koordinaten für die Angabe der Reihe und Etage entweder auf dem Touch Screen oder auf einem separaten Display zu erkennen. Zudem lässt sich die Art der Störung abfragen.
Damit die Anzahl der Kettfäden auf dem fertigen Baum exakt dem Produktionsauftrag entspricht, werden fehlende Fäden angezeigt und versehentlich mitgezogene Fäden gemeldet. In diesen Fällen wird die Anlage gestoppt.
Die Bandbreite der lieferbaren Informationen ist, wenn vom Kunden erwünscht, äußerst vielfältig. Die Verwendung mit dem vor Jahren entwickelten Creel Boy macht beim Aufstecken der Spulen sogar eine Selektion der Farben zur Unterstützung möglich. Hierfür kommen die am Fadenspanner angebrachten Leuchtdioden zum Einsatz.