Karl Mayer gründet im elterlichen Haus in Obertshausen eine mechanische Werkstätte zur Herstellung von Drehteilen.
Damals war Karl Mayer gerade 28 Jahre alt. Sein Kapital: 17 000 Reichsmark, eine Ausbildung zum Mechaniker und die unternehmerischen Tugenden Umsicht, außergewöhnlicher Fleiß und Sparsamkeit.
Die erste Werkshalle mit 300 Quadratmetern Fläche öffnet ihre Pforten. Produziert werden Präzisionsteile für die Flugzeug- und Automobilindustrie.
Das Unternehmen KARL MAYER beschäftigt 70 Mitarbeiter mit der Überholung von Kraftfahrzeugmotoren.
Karl Mayer sieht die Notwendigkeit einer Neuorientierung. Er richtet sein Unternehmen auf die Herstellung von Kettenwirkmaschinen aus.
Auf dem Weg zur größten Zylinder- und Kurbelwellenschleiferei Deutschlands und in Zeiten einer Hochkonjunktur beschließt Karl Mayer, ein neues Geschäftsfeld zu betreten. Für das Umfeld war diese Entscheidung vollkommen unverständlich, „...aber ich sagte mir folgendes: Entweder geht es wirtschaftlich wieder aufwärts, dann wird es bald wieder neue Autos geben und alte Motoren wandern auf den Schrotthaufen. Oder aber wir bleiben die Geschlagenen dieser Welt, dann wird es bald auch keine alten Autos mehr geben.“, resümiert Karl Mayer im Vorwort des Buchs „Die KARL MAYER-Textilmaschinenfabrik - Porträt einer Firma“.1 In beiden Fällen also keine Grundlage, dem damaligen Betrieb dauerhaft das Überleben zu sichern. Dies scheint Karl Mayer eher mit dem Textilmaschinenbau, mit der Fertigung von Kettenwirkmaschinen, erreichbar zu sein.
Die erste KARL MAYER Kettenwirkmaschine wird ausgeliefert.
Die Rahmenbedingungen für die Herstellung der ersten Kettenwirkmaschine made by KARL MAYER können widriger nicht sein. Die Fachleute warnen vor dem Vorhaben und die Behörden blockieren das Projekt. Karl Mayer hat weder eigene technische Erfahrungen, noch Mitarbeiter vom Fach, geeignete Produktionsmittel, ausreichende Kapitalausstattung oder Beziehungen zum Markt. Aber „...ich hatte den eisernen Willen, das Ziel zu erreichen und die Gewissheit, dass meine Kraft dazu reicht“, erklärt der tatkräftige Unternehmer später.1 Mit der ihm eigenen Begeisterung für die Technik erschließt sich Karl Mayer die Funktionsweise der fünf in der Bundesrepublik noch verfügbaren Wirkmaschinen und beginnt zu retten, was durch die Demontage in den sowjetisch besetzten Zonen endgültig verloren scheint – den weltweiten Markt für Wirkmaschinen.
Das Unternehmen ist erstmals Aussteller auf einer internationalen Verkaufsmesse.
Die erste Karl Mayer Teilbaumschärmaschine entsteht und damit der Geschäftsbereich „Kettvorbereitung“.
Die erste Raschelmaschine wird im Hause KARL MAYER fertig gestellt.
Die 1.000ste Kettenwirkmaschine verlässt das Werk in Obertshausen. Dieses umfasst seit 1954 eine erste große Montagehalle mit 3.000 Quadratmetern Fläche. Im gleichen Jahr werden erstmals eine Tüll-Raschelmaschine und eine Elastik-Raschelmaschine gebaut.
Karl Mayer beschließt die Gründung der ersten Niederlassung im Ausland, in Clifton, New Jersey. Zugleich nimmt das Unternehmen erstmals an der ITMA teil.
Die Aufnahmekapazitäten des Inlandmarktes für die Kettenwirkmaschinen aus Obertshausen sind beschränkt. Schon früh operiert das Unternehmen auf dem Weltmarkt. Karl Mayer erklärt später hierzu: „Wir müssen exportieren, wenn wir die Arbeitsplätze erhalten wollen. Wir können exportieren, solange wir auf dem Weltmarkt konkurrenzfähig sind.“/1/ Und Konkurrenzfähigkeit bedeutet für das Unternehmen neben innovativen Produkten zu angemessenen Preisen vor allem eines: Vor-Ort-Präsens.
Erster Schritt hierbei ist die Eröffnung einer Niederlassung in Clifton. Das Gründungskapital spart Karl Mayer auf seinen USA-Reisen zusammen: Es stammt aus mittels Travellerschecks erworbenen Dollars. Zuerst ist die neue Niederlassung Kundendienst-Station, Ersatzteillager und hauptsächlich Verkaufsniederlassung. Später wird auf der 10 000 m² großen Fläche auch die Teilefertigung aufgenommen.
KARL MAYER fertigt die erste Multibar-Raschelmaschine für Spitzen.
Die erste doppelbarrige Raschelmaschine geht zum Kunden. Im gleichen Jahr wird eine 750 m²-große Versandhalle eröffnet.
1958 Die Expansion des Unternehmens in Obertshausen geht weiter. Der Startschuss für den Bau von Werk II mit einer ersten, 4.000 m²-großen Halle fällt.
Der zügige Bau weiterer Hallen mit fast 40.000 Quadratmetern Fläche folgt. Ebenfalls 1958 beginnt KARL MAYER mit der Produktion von Gardinen-Raschelmaschinen
10 Mitarbeiter gründen die Werkgemeinschaft Karl Mayer.
Der Verein zur „Wahrung und Förderung der Arbeitsbedingungen seiner Mitglieder“ greift nicht in die Zuständigkeit des Betriebsrates ein, wird vom Unternehmen unterstützt und erfüllt praktisch alle Funktionen einer Industriegewerkschaft. Er nimmt Arbeiter und Angestellte auf und bietet ihnen verschiedene kulturelle und soziale Leistungen.
Die Praktikantenausbildung für die Kettenwirkerei nimmt ihre Tätigkeit auf.
Die „Werkschule zum Ausbilden von Wirkereifachleuten“ geht aus der intensiven Schulung der Monteure hervor. Die Kurse richten sich an die Mitarbeiter der KARL MAYER-Kunden und vermitteln umfangreiches Know-how in Theorie und Praxis – ein Service, der jedes Jahr intensiv genutzt wird. Im gleichen Jahr wird eine Betriebskrankenkasse gegründet.
Die 10.000ste Kettenwirkmaschine geht zum Kunden.
Der Vertrag über die Gründung der „Wohnhilfe Mayer GmbH“ wird abgeschlossen. Die Gesellschaft gehört bezüglich ihrer Anteile je zur Hälfte der Werkgemeinschaft und der Firma KARL MAYER. Sie erwirbt und verwertet Grundstücke, damit Betriebsangehörige preiswert wohnen können.
In Brasilien übernimmt eine neue Niederlassung die anfallenden Montage- und Serviceaufgaben vor Ort. Zudem wird KARL MAYER Gesellschaftshaus in Obertshausen eröffnet.
Das Verwaltungsgebäude am Werk I bezugsfertig.
Im Erdgeschoss des neuen Verwaltungs-Domizils, durch eine Ausstellungsvitrine leicht verdeckt, hat in einer Ecke Karl Mayer seinen Platz: Kein repräsentatives Büro, sondern einen Arbeitsplatz „mitten drin“ mit einem weiten Blickfeld für seine Aktivitäten und für seine Wachsamkeit.
Die erste Ausgabe der Textilfachzeitschrift die „Kettenwirk-Praxis“ erscheint. Außerdem wird die erste Jacquard-Raschelmaschine gebaut.
Die Zeitschrift erscheint vier mal im Jahr, wird von KARL MAYER herausgegeben und berichtet über die Kettenwirkerei. Schwerpunkte dabei: neue Entwicklungen bezüglich Maschinentechnik und Anwendungen, Stoffmuster zum Anfassen und Wirtschaftstrends.
Die Präsens in Asien wird intensiviert und die heutige Tochtergesellschaft NIPPON MAYER Co.Ltd. gegründet. Zudem entstehen Niederlassungen in Großbritannien und in Greensboro, USA. In Obertshausen öffnet das KARL MAYER-Gästehaus mit 50 Zwei-Bett-Zimmern und Karl Mayer wird zum Ehrenbürger der Stadt ernannt
Bei der Eroberung des japanischen Marktes legt Karl Mayer persönlich und tatkräftig Hand an. Die erste Lieferung nach Japan umfasst 27 Maschinen und macht einen Vor-Ort-Support erforderlich. Da kein Monteur verfügbar ist, reist Karl Mayer selbst zu den Kunden. Innerhalb von drei Wochen stellt und fährt er alle Maschinen ein und belehrt die anfangs skeptischen Japaner eines besseren. Diese kabelten im Vorfeld, dass sie Fachleute und keine Globetrotter erwarteten. Im Herbst 1968 schließen sich die Firmen KARL MAYER und TAKEDA KIKAI, dem bisherigen Lizenznehmer von KARL MAYER, zu einem gemeinsamen Unternehmen zusammen. Damit wird zum ersten mal in der japanischen Wirtschaftsgeschichte einem deutschen Produzenten erlaubt, sich mit 50 % an einer japanischen Firma zu beteiligen.
Die neue Niederlassung in Greensboro übernimmt überwiegend Verkaufs- und Service-Aufgaben im rasch wachsenden Textilmarkt der Südstaaten der USA. Bereits 1968 werden für dieses Land 180 Tonnen Luftfracht verladen. Die Kunden nehmen die hohen Frachtkosten in Kauf, um die Maschinen früher einsetzen zu können.
Die erste Doppelplüsch-Raschelmaschine und die erste Kettenwirkmaschine mit Magazinschusseintrag erscheinen auf dem Markt.
Karl Mayer erhält das Große Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland und die Straße, in dem sein Geburtshaus steht, seinen Namen.
Der Kreuzspulautomat "Mayer-Coner" wird in das Fertigungsprogramm aufgenommen.
Die erste Frottier-Kettenwirkmaschine, erste Magazin-Schuss-Raschelmaschine und die 50.000ste Kettenwirkmaschine verlassen die KARL MAYER Werke.
Die drei Söhne des Firmengründers Ulrich, Ingo und Fritz P. Mayer treten in die Geschäftsführung des Unternehmens ein.
Die Elektronik hält Einzug in die KARL MAYER-Maschinentechnik. Mit der Entwicklung der ersten Jacquardtronic® Spitzenmaschine wird das elektronische Jacquardsystem eingeführt.
KARL MAYER präsentiert ein neu entwickeltes Kettstreckverfahren im Markt. Im selben Jahr erhält Karl Mayer die Ehernprofessur der Technischen Hochschule Fukui und die Karl Mayer-Stiftung zugunsten des Klingspormuseums in Offenbach wird gegründet.
In Hongkong wird eine KARL MAYER Niederlassung etabliert.
KARL MAYER feiert die Auslieferung der 10.000sten Kettvorbereitungsanlage und die Installation der ersten Kettstreckschlichteanlage.
Das Zweigwerk Büdingen wird erworben.
Fertigstellung einer neuen Halle in Werk II.
Diese ist 7.500 m² groß und erweitert die gesamte Hallenfläche des Unternehmens auf rund 85.000 m². Zudem wird 1990 die 75.000ste Kettenwirkmaschine durch die Nippon Mayer Co.Ltd. fertig gestellt.
Die erste KARL MAYER Kettvorbereitungsanlage für die Weberei wird auf den Markt gebracht.
Die Malimo Maschinenbau GmbH in Chemnitz wird übernommen und kurze Zeit später mit der Firma Kändler Textilmaschinenbau verschmolzen.
Die Firma Malimo kann auf eine über hundertjährige wechselvolle Vergangenheit zurück blicken. Sie wird 1887 gegründet, ist 1907 eine Aktiengesellschaft zur Herstellung von Maschinen und Tüll, wird 1945 zerstört, wiederaufgebaut und ab 1954 als „Volkseigener Betrieb geführt“. Dieser bringt 1957 die erste Nähwirkmaschine vom Typ Malimo zur Serienreife und wächst mit dem Markterfolg der Maschine. Weitere Meilensteine sind die Umfirmierung in Malimo Maschinenbau GmbH im Jahre 1990 und die Übernahme durch die KARL MAYER Textilmaschinenfabrik GmbH zwei Jahre später. Dieser Schritt sichert die Weiterführung der traditionsreichen sächsischen Firma, die Weiterentwicklung des Malimo-Nähwirkverfahrens und die Geschäftserfolge von KARL MAYER durch die Komplettierung seines Lieferprogramms insbesondere im Bereich der Technischen Textilien.
In Wujin / VR China wird die heutige Niederlassung KARL MAYER Textile Machinery Ltd. gegründet. Trauriger Meilenstein in diesem Jahr: der Tod des Firmengründers.
Ein neues Firmengebäude in Chemnitz wird eingeweiht und auch in Wujin wird investiert - in den Bau einer 10.000 m² großen Fertigungshalle.
KARL MAYER übernimmt die Firma Rotal s.r.L und gründet KARL MAYER Rotal. Gleichzeitig fällt in den deutschen Werken der Startschuss für die Einführung der Teamarbeit.
Die Firma Rotal ist ein familiengeführter Maschinenhersteller, liegt in Mezzolombardo, im Norden Italiens, stellt Schlichtanlagen her und kooperiert bereits seit 1992 erfolgreich mit KARL MAYER. Das Produktprogramm des neugegründeten Unternehmens umfasst Schlichtanlagen für Stapelfasergarne, Schlichtanlagen für synthetische Filamentgarne sowie Assemblieranlagen.
Die Teamarbeit ist ein neues Organisationskonzept in der Fertigung. Es löst das bisherige Vorarbeitermodell und starre Hierarchie-Strukturen ab – bringt mehr Eigenverantwortung an die Basis. In den Teams arbeiten jeweils vier bis 20 Mitarbeiter zusammen. Sie erledigen selbständig und eigenverantwortlich definierte, mit dem jeweiligen Vorgesetzten vereinbarte Aufgaben. Hierfür erhält die Gruppe weitreichende Handlungs- und Entscheidungsspielräume sowie Kommunikationsmöglichkeiten zur Verbesserung der Arbeitsabläufe und der Produktivität.
KARL MAYER feiert den Produktionsbeginn im neugebauten Firmengebäude in Wujin / VR China und die Übernahme von 100% der Geschäftsanteile.
Neue Produktions- und Montagehalle für den Bau von Kettvorbereitungsanlagen wird in Hausen eingeweiht.
Durch das Werk in Hausen verdoppelt sich der verfügbare Platz für die Fertigung von 5.000 auf 10.000 m². Zusätzlich steht noch eine Lagerhalle mit 2.500 m² zur Verfügung.
In Changzhou / China nimmt eine Repräsentanz für die Kettvorbereitung ihren Betrieb auf.
Das Warp Knitting Research Centers of Southern Yangtze University & KARL MAYER Group (WKRC) wird gegründet.
Das Warp Knitting Research Center ist in Wuxi / China beheimatet und fördert die chinesische Kettenwirkerei in Forschung und Anwendung. Hauptaufgaben hierbei sind regelmäßige Kundenschulungen, Information via Internet und die Publikation der Textilfachzeitschrift „Kettenwirk-Praxis“ in chinesischer Sprache.
KARL MAYER expandiert weiter in China. Die Produktionsfläche der KARL MAYER Textile Machinery Ltd. Wujin wird um 5.000 m² auf eine Gesamtfläche von 17.000 m² erweitert und die Servicegesellschaft KARL MAYER Technical Service Ltd. gegründet.
Die KARL MAYER Textile Machinery Ltd. in Wujin beschäftigt ca. 310 Mitarbeiter und fertigt neben etablierten Kettenwirkmaschinen aus dem Standardsortiment auch Kettvorbereitungsanlagen. Die Servicegesellschaft KARL MAYER Technical Service Ltd. bietet ergänzend hierzu einen umfangreichen Vor-Ort-Support.
Die Textronic® Lace TL 66/1/36 und die Fascination Lace FL 20/16 – die ersten Vertreter einer neuen Spitzen-Maschinengeneration – sorgen im Markt für Furore. Im Bereich der Kettvorbereitung setzt die neue Musterkettenschärmaschine vom Typ Gir-O-Matic Standards in puncto Wirtschaftlichkeit, Flexibilität und Qualität. Zudem wird die erste Stufe zur Einführung der betriebswirtschaftlichen Software SAP R/3 erfolgreich abgeschlossen und das KARL MAYER-Projektmanagement zur systematischen und effizienten Bearbeitung komplexer Aufgaben erarbeitet.
Keine optimierten Insellösungen, sondern gleich ein komplettes Innovationspaket zeichnet die neue Spitzen-Maschinengeneration aus. Im Mittelpunkt hierbei: hochdynamische Servoantriebe, moderne Steuerungselektronik und ein völlig neu entwickeltes Musterungssystem. Dies macht eine bisher unerreichte Flexibilität bei der Musterung, Effizienz bei der Fertigung und Qualität im Warenbild möglich.
Das Innovationspaket der neuen Spitzen-Maschinengeneration wird in die Jacquardtronic®-Baureihe integriert. Die Jacquardtronic®-Lace kommt auf den Markt.
KAMCOS® hält in allen KARL MAYER-Maschinen Einzug. KAMCOS® steht für KARL MAYER Command System und damit für ein kompetentes Management der gesamten Rechentechnik der Maschine. Es bietet ein effizientes Handling aller Maschinen- und Produktionsdaten, eine einfache Mensch-Maschine-Kommunikation und weitreichende Vernetzungsmöglichkeiten – aller Maschinen untereinander, der Fertigung mit der Verwaltung bzw. dem Controlling und auch der Zugang zum Internet ist möglich.
Zudem werden die Auslandsaktivitäten in Brasilien der regionalen Marktlage angepasst und die Geschäftstätigkeit der dortigen Niederlassung einer Vertretung übertragen.
Eröffnung eines Logistikzentrums in Obertshausen
70-jähriges Firmenjubiläum und Eröffnungsfeier des neuen Kunden- und Entwicklungszentrums
KARL MAYER kauft den Produktbereich Sucker-Müller von der Moenus Textilmaschinen GmbH
Eröffnung der neuen Produktionsstätte KARL MAYER CHINA Ltd. in Changzhou
Gründung der KARL MAYER Academy CHINA
KARL MAYER übernimmt die Division Webereivorbereitung von Benninger/ Schweiz
Die 100 000. KARL MAYER Maschine wird ausgeliefert.